Aktuelles


Editorial SP 86

Der Unfall beim Kölner Karneval hat mich und sicherlich auch viele unserer Leser bewegt und für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Zu den Reaktionen in manchen Medien und zu den Angriffen und Anfeindungen, denen Karnevalsfuhrleute und -reiter ausgesetzt waren, möchte ich mich hier nicht weiter äußern, zu groß wäre die Gefahr, selbst in Polemik und Unsachlichkeit abzudriften, und davon hatten wir bereits genug gesehen, gehört und gelesen. Der treffenden und sachlichen Stellungnahme der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland - VfD, die wir auf Seite 12 veröffentlichen, habe ich deshalb nichts hinzuzufügen.
Sehr wohl aber zu einem Pressebericht der sogenannten TierRECHTSorganisation PETA, die im Zusammenhang mit dem Karneval steht und in der die Desensibilisierung von Pferden als „tierquälerische Trainingsmethode“ bezeichnet wird (www.peta.de/karneval).
Desensibilisierung bedeutet bei Pferden nichts anderes, als sie gelassener zu machen, ihre Reizschwelle gegenüber bestimmten Reizquellen anzuheben und sie nach und nach daran zu gewöhnen. Zu diesen Reizquellen gehören Lärm, Autos, Radfahrer, Verkehr, aber auch raschelnde Äste oder ein weggeworfenes Stück Papier am Wegesrand und auch der Mensch selbst und sein Verhalten.
Die Desensibilisierung fördert das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Pferd und ermöglicht erst die Kommunikation und Arbeit mit dem „Flüchtling“ Pferd.
Vom PETA-Standpunkt aus ist aber jegliche  Nutzung von Pferden zu Reit- oder Fahrzwecken eine Tierquälerei und gehört verboten (Dr. Dieter Haferbeck, PETA-Deutschland, am 29.3.2015 im WDR). Daher ist es nur logisch, eine Ausbildung zu diskriminieren, die Pferden ein weitgehend stressfreies Arbeiten ermöglicht, und bei der es sich tatsächlich um praktischen und angewandten Tierschutz handelt.

Für einen Tierschutz, der  den Tieren zugutekommt, aber auch die Menschen, die mit ihnen umgehen, einbezieht, treten Vereinigungen wie World Horse Welfare oder The Donkey Sanctuary ein. Es handelt sich dabei um zwei große englische Charitys - gemeinnützige Stiftungen -, die weltweit operieren und Tierschutz auch als Beitrag zur Entwicklungshilfe verstehen.  Sie verteufeln die Nutzung von Tieren nicht, sondern fordern und fördern deren tiergerechte und freundliche Behandlung. In diesem Frühjahr haben sich nun Vertreter dieser beiden „Global Player“ mit Vertretern der Europäischen Zugpferdeföderation FECTU getroffen, eine Zusammenarbeit vereinbart und bereits ein erstes gemeinsames Projekt aus der Taufe gehoben. Mehr dazu erfahren Sie ab Seite 88.

Ein Schwerpunktthema dieser Ausgabe ist wieder einmal die Waldarbeit mit Pferden, dieses Mal aber aus der Sicht Holz rückender Frauen. Mehrere Pferderückerinnen berichten von ihren Erfahrungen und Herausforderungen, mit denen sie im Wald konfrontiert werden. Den spannenden Bericht mit vielen Portraits und Interviews finden Sie ab Seite 16.
Eine weitere Frau steht im Mittelpunkt einer Recherche, die den Autor bis nach Griechenland geführt hat: Hildegard-Friderun Papavassiliou, geborene Kolb. Die Liebe zu den Kaltblütern hat ihr ganzes Leben geprägt und sie war es, die 1980 das erste deutschsprachige Buch veröffentlicht hat, das sich in der Nachkriegszeit ausschließlich den Kaltblutpferden widmet. Dennoch ist sie für die Meisten eine Unbekannte. Ab Seite 44 machen wir Sie mit ihr bekannt.
Gift im Pferdefutter!? - Pferdehalter werden sofort hellhörig und denken an verunreinigten  Hafer, an Fertigfuttermischungen, bei denen gesundheitsschädigende Inhaltstoffe nachgewiesen wurden oder an Heu mit Anteilen von Jakobskreuzkraut. Unser Bericht ab Seite 66 rückt aber eine Futtermittelquelle in den Mittelpunkt, die bisher eher als unverdächtig galt: das Grasland. Lesen Sie, wie die zunehmende Intensivierung der Grünlandnutzung und die Verbreitung moderner, leistungsfähiger Gräser der Pferdegesundheit zunehmend Probleme bereiten.
Die Frage, wohin uns der Wandel in der Landnutzung und der Landwirtschaft mit ihrer fortschreitenden  Industrialisierung führt,  treibt auch Wolf-Dietmar Unterweger um. Der Fotograf und Buchautor beschreibt in seinem Lebenswerk „Die Bauern“ eine Welt  der nachhaltigen, lebendigen, kleinbäuerlichen Landwirtschaft, die zunehmend dem Fortschritt zum Opfer fällt. Lassen Sie sich beeindrucken von tollen Fotos und dem zum Nachdenken anregenden Text (ab Seite 58).

Dies alles und vieles, vieles  mehr finden Sie hier in unserer Sommerausgabe von STARKE PFERDE!

Viel Spaß beim Lesen,

Erhard Schroll


Hochbetrieb herrscht zurzeit im STARKE PFERDE-Verlag. Jetzt, so kurz vor Weihnachten, werden Bücher, Zeitschriften und DVDs zeitnah nach Bestellungseingang verpackt und versandfertig gemacht, damit sie rechtzeitig am 24. Dezember auf dem Gabentisch liegen können . Neu ist unser SP-Internet-Shop, in dem Sie ausgewählte Artikel unseres Verlagsangebot bequem bestellen und bezahlen können. Der Versand erfolgt dann umgehend. JETZT BESTELLEN!


Liebe LeserInnen,

liebe Freunde von STARKE PFERDE!

Beim Blick in das Inhaltsverzeichnis unserer Winterausgabe werden Sie rasch feststellen, dass diese Ausgabe eine so große Fülle von Artikeln,  Beiträgen und Berichten birgt, wie wir sie schon lange nicht mehr hatten. Die Kaltblut- und Arbeitspferdeszene ist bunt und sie lebt! Einen Schwerpunkt stellt aber die PferdeStark-Veranstaltung dar, der wir in diesem Heft - wie alle zwei Jahre wieder in unseren Winterausgaben - etwas mehr Platz einräumen (ab Seite 38). Allein die Zahl der STARKE PFERDE-Leser unter den Besuchern und Aktiven mag wohl in die Tausende gehen, von daher halten wir es für angemessen, dieses einzigartige Event besonders hervorzuheben.
In den letzten Wochen und Monaten hat es im STARKE PFERDE-Verlag einige Änderungen gegeben. Unsere zuverlässige, langjährige Abo-Verwalterin, Helga Kuchenbecker, deren Stimme viele vom Telefon her kennen dürften, ist im Herbst in den Ruhestand gegangen. Ihr ein herzliches Dankeschön für die gute Zusammenarbeit! Mit Theresa Hiemesch verstärkt nun eine junge Agrar- und Pferdewissenschaftlerin unser Team, das mit Ilona Ehlert, Karla Ebert und Dr. Christiane Trierweiler sehr gut aufgestellt ins neue Jahr geht.

Wir möchten uns bei allen Unterstützern, Anzeigenkunden und bei Ihnen, liebe Leser, für Ihre Treue bedanken und wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest, ein gutes neues Jahr und viel Spaß beim Lesen!

 

 Redaktion und MitarbeiterInnen von STARKE PFERDE